Elektrosmog im Elektroauto

Ein gezeichnetes Elektroauto, das an einer Ladestation angeschlossen ist, umgeben von Wellenlinien, die Geräusche darstellen.

Was erwartet Fahrer und Mitfahrer wirklich?

Elektroautos gelten als wichtiger Bestandteil der zukünftigen Mobilität. Mit der Elektromobilität rückt aber auch ein Thema stärker ins Bewusstsein: elektrische, magnetische und hochfrequente elektromagnetische Felder im Fahrzeug. Diese Felder sind messbar. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie hoch die tatsächliche Belastung ist und wie sie gesundheitlich einzuordnen ist.

Was ist Elektrosmog überhaupt?

Elektrosmog ist ein umgangssprachlicher Begriff für technisch erzeugte elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder. Solche Felder entstehen überall dort, wo elektrische Ströme fliessen oder Funksignale übertragen werden.

Im Elektroauto stammen sie unter anderem vom Antrieb, von Leistungselektronik und Verkabelung sowie von Funktechnologien wie Mobilfunk, Bluetooth oder WLAN.

Art des Feldes Typische Quellen im Fahrzeug
Statische und niederfrequente Magnetfelder Elektromotor, Batterie, Hochvoltkabel, Leistungselektronik
Hochfrequente elektromagnetische Felder Mobilfunk, Bluetooth, WLAN, Funkmodule und Kommunikationssysteme

Woher kommen elektromagnetische Felder im Elektroauto?

1. Elektromotor und Antriebssystem

Beim Beschleunigen, Fahren und Rekuperieren fliessen teilweise hohe elektrische Ströme zwischen Batterie, Leistungselektronik und Elektromotor. Dabei entstehen magnetische Felder, deren Stärke je nach Fahrzeug, Betriebszustand und Position im Innenraum unterschiedlich sein kann.

2. Hochvoltbatterie und Leitungen

Die Hochvoltbatterie erzeugt keine ionisierende Strahlung. Beim Laden und Entladen fliessen jedoch elektrische Ströme. Dadurch entstehen elektrische und magnetische Felder in der Umgebung der Batterie und der zugehörigen Leitungen.

3. Bordelektronik

Steuergeräte, Sitzheizungen, elektrische Antriebe, Displays und weitere elektrische Systeme können ebenfalls lokale elektrische oder magnetische Felder erzeugen.

4. Funktechnik

Moderne Fahrzeuge nutzen Mobilfunk, Bluetooth, WLAN, GPS und weitere Funktechnologien. Diese Systeme erzeugen hochfrequente elektromagnetische Felder – ähnlich wie Smartphones oder andere Funkgeräte.

Elektroauto bedeutet nicht automatisch mehr Elektrosmog

Elektro- und Hybridfahrzeuge erzeugen aufgrund ihres elektrischen Antriebs teilweise deutliche elektrische und magnetische Felder. Das bedeutet aber nicht, dass Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor grundsätzlich feldfrei sind.

Wichtig: Auch Benzin- und Dieselfahrzeuge können messbare Magnetfelder erzeugen, beispielsweise durch elektrische Systeme, Lichtmaschine, Verkabelung oder magnetisierte Fahrzeugkomponenten. Ein sinnvoller Vergleich muss deshalb immer das konkrete Fahrzeug berücksichtigen.

Was sagt der aktuelle wissenschaftliche Kenntnisstand?

Elektromagnetische Felder in Fahrzeugen lassen sich messen. Die Feldstärken können je nach Fahrzeugmodell, Sitzposition, Geschwindigkeit, Beschleunigung und verwendeter Technik deutlich variieren.

Internationale Grenzwerte sollen vor wissenschaftlich nachgewiesenen Auswirkungen elektromagnetischer Felder schützen. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation sind bei Expositionen unter den empfohlenen Grenzwerten bislang keine gesundheitlichen Folgen eindeutig nachgewiesen.

Dies bedeutet nicht, dass jede wissenschaftliche Frage abschliessend geklärt ist. Mögliche Langzeitwirkungen niedriger Expositionen werden weiterhin untersucht.

Elektrosensibilität und Implantate

Manche Menschen berichten über Beschwerden, die sie mit elektromagnetischen Feldern in Verbindung bringen, etwa Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Unwohlsein. Ein eindeutiger ursächlicher Zusammenhang zwischen solchen Symptomen und niedrigen EMF-Expositionen konnte wissenschaftlich bisher jedoch nicht bestätigt werden.

Bei medizinischen Implantaten wie Herzschrittmachern oder anderen aktiven medizinischen Geräten gelten die Hinweise des jeweiligen Herstellers. Bei Unsicherheit sollte die behandelnde Fachperson gefragt werden.

Was Fahrer aktiv tun können

Wer seine persönliche Exposition trotzdem möglichst niedrig halten möchte, kann einfache Massnahmen umsetzen:

  • Smartphone nicht direkt am Körper lagern, wenn dies nicht notwendig ist.
  • WLAN-Hotspot und Bluetooth deaktivieren, wenn die Funktionen nicht gebraucht werden.
  • Unnötige Funkverbindungen vermeiden.
  • Bei konkreten Bedenken messen: Eine fachgerechte Messung zeigt, welche Feldquellen im jeweiligen Fahrzeug tatsächlich relevant sind.
  • Bei medizinischen Implantaten Herstellerangaben beachten.

Grundsätzlich gilt auch hier: Abstand zu einer Feldquelle kann die persönliche Exposition reduzieren.

Vergleich: Elektroauto und Verbrenner

Faktor Elektroauto Verbrenner
Antrieb Elektromotor und Hochvoltsystem Verbrennungsmotor plus elektrische Systeme
Magnetfelder Durch hohe elektrische Ströme möglich Ebenfalls messbar, je nach elektrischer Ausstattung und Fahrzeug
Funkquellen Je nach Ausstattung Mobilfunk, WLAN, Bluetooth usw. Bei modernen Fahrzeugen weitgehend dieselben Funktechnologien
Hochvoltbatterie Vorhanden Bei klassischen Verbrennern nicht vorhanden
Lokale Abgase Keine Abgase aus einem Verbrennungsmotor Abgase entstehen beim Betrieb des Motors

Wie relevant ist Elektrosmog im Auto im Vergleich zum Schlafzimmer?

Beim Auto handelt es sich meist um eine zeitlich begrenzte Exposition. Am Schlafplatz verbringen Menschen dagegen häufig sechs bis neun Stunden nahezu unverändert an derselben Position. Deshalb betrachten wir auf kupfermatte.ch vor allem Elektrosmog im Schlafzimmer.

Wer die Belastung dort reduzieren möchte, findet unter Strahlenschutz im Schlafzimmer konkrete Möglichkeiten und Hintergrundinformationen.

Fazit

Elektroautos erzeugen elektrische und magnetische Felder sowie – durch ihre Kommunikationssysteme – hochfrequente elektromagnetische Felder. Diese sind messbar, unterscheiden sich aber stark zwischen Fahrzeugen und Betriebszuständen.

Die Aussage, Elektroautos seien grundsätzlich gesundheitsschädlich oder deutlich problematischer als Verbrenner, lässt sich aus dem heutigen Wissensstand nicht ableiten. Auch konventionelle Fahrzeuge erzeugen elektromagnetische Felder.

Wer seine persönliche Exposition trotzdem reduzieren möchte, kann unnötige Funkverbindungen deaktivieren, Abstand zu Geräten schaffen und bei konkreten Fragen eine fachgerechte Messung durchführen.

Quellen & weiterführende Informationen

  • Bundesamt für Gesundheit BAG: Faktenblatt zu elektromagnetischen Feldern in Autos und Hybridautos
  • Bundesamt für Gesundheit BAG: Informationen zu elektromagnetischen Feldern und nichtionisierender Strahlung
  • World Health Organization WHO: Electromagnetic fields and public health
  • ICNIRP: Guidelines for limiting exposure to electromagnetic fields

Gregor Ott, Geschäftsführer der Biovital GmbH und Fachberater für Elektrosmog, Erdung und Schlafplatzanalyse

Über den Autor

Gregor Ott · Geschäftsführer Biovital GmbH · Elektrosmog- & Erdungs-Praxis

Gregor Ott ist Geschäftsführer der Biovital GmbH. Hier schreibt er über Schlafplatz-Themen wie Elektrosmog, Abschirmung sowie Wasseradern/Erdstrahlen – praxisnah und verständlich. Wo Messbarkeit sinnvoll ist, orientiert er sich an gängigen Richtwerten (z. B. SBM-2015) und empfiehlt, Belastungen strukturiert zu prüfen.

Schwerpunkte Schlafplatzanalyse · Wasseradern · NF/HF-Check · Erdung & Potentialausgleich